Konzept temporärer Arbeitsmigration stößt auf Skepsis

Aus dem Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Anhörung)


Berlin: (hib/KOS) Auf Skepsis und Kritik stößt bei Sachverständigen das Konzept, über Arbeitsmigration aus ärmeren Ländern und über die damit verbundenen Geldüberweisungen in die Heimat die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Staaten voranzubringen. Zum Auftakt einer Anhörung des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung über europäische Migrationspolitik und Entwicklungszusammenarbeit warnten mehrere Experten zudem vor der Erwartung, über Entwicklungshilfe die Zuwanderung aus ärmeren Weltregionen verringern zu können. Kritik wurde am Modell der „Zirkulären Migration“ geäußert, wonach ein zeitlich begrenzter Aufenthalt von Arbeitskräften aus unterentwickelten Ländern den Finanz- und Wissenstransfer in die Staaten des Südens fördern soll … Deutliche Kritik am Konzept der „Zirkulären Migration“ formulierte Bernd Mesovic von der Flüchtlingshilfeorganisation Pro Asyl: Es stelle sich die Frage, ob es bei diesem Modell einen Unterschied zur ehemaligen Gastarbeiter-Politik gebe. Sei die Strategie des zeitlich begrenzten Arbeitsaufenthalts von Zuwanderern mit einem Rückkehrzwang verbunden, „dann werden die alten Fehler wiederholt“. Mesovic warnte vor der Verletzung von Bürgerrechten, wenn die „Zirkuläre Migration“ zu repressiven Regelungen beim Familiennachzug führe. Der Pro-Asyl-Vertreter sieht die Gefahr, dass das Konzept eines temporären Aufenthalts zu Lasten von Flüchtlingen gehen könne: nämlich dann, wenn gegenüber diesem Personenkreis rigide verfahren und stattdessen die gesteuerte Arbeitswanderung zum Nutzen der Industriestaaten ausgebaut werde.