Termin: (vergangen)

Weihnachtsaufruf des Flüchtlingsrates

Weihnachtsaufruf des Flüchtlingsrates 2003
WERDEN SIE AKTIV FÜR FLÜCHTLINGE ! UNTERSTÜTZEN SIE DEN NOTHILFEFONDS !


Dieses Jahr wurde von den Diskussionen um die von der Bundesregierung geplanten sozialen und wirtschaftlichen Gesetzesvorhaben geprägt. Der Flüchtlingsrat Berlin befürchtet, dass die Annahme der sogenannten Hartz-Gesetze zu Lasten der ohnehin sozial Schwachen gehen wird. Flüchtlinge waren in der Vergangenheit immer die ersten, die von sozialen Einschränkungen betroffen waren, die dann schrittweise auf andere sozial Schwache, wie die Sozialhilfeempfänger ausgedehnt wurden. Das beste Beispiel dafür bieten die Debatten um die Annahme des Asylbewerberleistungsgesetzes, deren Inkraftsetzung sich am 01. November diesen Jahres zum 10. Mal jährte. Das im Zusammenhang damit gebrauchte Schlagwort des „Asylmissbrauchs“ findet sich heute in der genauso zweifelhaften Formulierung des „Sozialhilfemissbrauchs“ wider.

Die den Flüchtlingen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zustehenden Beträge wurden nie angepasst und liegen mittlerweile um 34% unter den Sozialhilferegelsätzen. Mit dem zur Verfügung stehenden Betrag können die Flüchtlinge nur den grundlegenden Bedarf an Ernährung oder Bekleidung decken. Für eine Familie mit mehreren Kindern reichen dann nicht mehr die finanziellen Mittel, um z.B. Schulmaterialien zu kaufen oder um eine Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr zu finanzieren.

Den Flüchtlingen, die unverschuldet in soziale Notsituationen geraten waren, konnte auch in diesem Jahr aus den Mitteln des Nothilfefonds schnell und unbürokratisch geholfen werden. Als Beispiel können die jungen Flüchtlinge genannt werden, die dank der Unterstützung des Nothilfefonds Materialien für den Schulbesuch erwerben konnten.

Der Flüchtlingsrat Berlin ruft zum Weihnachtsfest auf, für den Nothilfefonds zu spenden. Flüchtlinge bedürfen weiter unserer Unterstützung, da auch künftig diskriminierende Regelungen wie das Asylbewerberleistungsgesetz wirksam bleiben werden.

Wir rufen alle Berliner auf, sich aktiv für die Rechte von Flüchtlingen einzusetzen. Beginnen Sie, sich um das Schicksal einzelner Menschen und ihrer Familien zu kümmern. Beteiligen Sie sich z.B. an den Einkaufsaktionen der Initiative gegen das Chipkartensystem. Ermöglichen Sie durch eine Spende für den Nothilfefonds des Flüchtlingsrates, dass Flüchtlinge ihren Kindern Schulmaterial oder auch ein Weihnachtsgeschenk finanzieren können. Spenden Sie Ihre Monatskarte der BVG, wenn Sie im Urlaub sind und diese nicht benätigen. Besuchen Sie die Flüchtlingsheime und machen Sie sich selbst ein Bild. Der Flüchtlingsrat Berlin und andere Organisationen helfen Ihnen gerne, Kontakte zu Flüchtlingen herzustellen.

Weitere Informationen: Flüchtlingsrat Berlin e.V., Georgenkirchstrasse 69/70, 10249 Berlin, Tel.: 030 /24344-5762 Email: buero@fluechtlingsrat-berlin.de, www.fluechtlingsrat-berlin.de

Spenden Sie auf Konto des Flüchtlingsrates unter dem Stichwort : Nothilfefonds

Bankverbindung:

Flüchtlingsrat Berlin
Bank für Sozialwirtschaft Berlin
IBAN: DE50 1002 0500 0003 2603 00
BIC: BFSWDE33BER8 03

V.i.S.d.P. Jens-Uwe Thomas, Flüchtlingsrat Berlin