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Behördenzuständigkeit, Aufenthalts- und Asylrecht, soziale Teilhaberechte, 2. A. November 2017, hier als Buch und als Download

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Schwerbehinderte Epileptikerin in den Kosovo abgeschoben


Anwalt und Angehrige wurden nicht informiert
Pressemitteilung vom 11.12.04


Die schwerbehinderte 44jhrige Bosnierin Rabija Radoncic ist am Donnerstag, den 09.12.04 berraschend in den Kosovo abgeschoben worden. Die halbseitig gelhmte Epileptikerin wurde ohne Wissen ihres Anwalts oder ihres Bruders nach Dsseldorf gebracht und von dort abgeschoben. Radoncic leidet zudem an Herzrhythmusstrungen und kann ohne Medikamente und Hilfe im Alltag nicht leben. Noch in diesem Monat htte ihr Fall der Hrtefallkommission vorgestellt werden sollen.

Nach Ansicht der Initiative gegen Abschiebehaft, deutet die heimliche Abschiebung darauf hin, dass die Auslnderbehrde die Bosnierin schnell loswerden wollte, um keine Aufmerksamkeit wegen der schweren Erkrankung von Frau Radoncic zu erzeugen. Meiner Einschtzung nach ist Rabija Radoncic ein Hrtefall und deren Abschiebung ein Skandal, sagt Christine Schmitz von der Initiative.

Rabija Radoncic kommt aus Pec im Kosovo und lebte seit 1993 in Berlin. Im siebten Lebensjahr erkrankte sie an Poliomyelitis (Kinderlhmung) und ist seitdem halbseitig gelhmt. Ein frhkindlicher Hirnschaden wurde ebenfalls beschrieben. Das Land Berlin hatte ihr einen Schwerbehindertenausweis ausgestellt, welcher ihre 80% Behinderung besttigt.

Radoncic hatte einen Asylantrag gestellt und wurde am 13.10.04 in Abschiebehaft genommen, obwohl ihr behandelnder Facharzt fr Neurologie Haftunfhigkeit attestiert hatte. Das Leben der 44jhrigen ist im Kosovo hchst gefhrdet, sagt der Arzt, der Radoncic vor ihrer Inhaftierung behandelte. Die berlebensnotwendigen Medikamente knnten im Kosovo nur in teuren Privatapotheken beschafft werden. Bis jetzt ist nicht bekannt, ob Frau Radoncic vom Polizeirztlichen Dienst im Abschiebegewahrsam vor ihrer Abschiebung Medikamente und Entlassungsdokumente bekommen hat.

Der Anwalt Andreas Sohm berichtet, dass die Auslnderbehrde schriftlich ausdrcklich besttigt hat, dass die Abschiebung im Januar nchsten Jahres stattfinden wrde, es sei denn, der Asylantrag wrde zurckgezogen. Ohne jemanden zu benachrichtigen, wurde sie dann aber nach Ablehnung des Asylantrages am Donnerstag, den 09.12.04 abgeschoben. Nur auf Bitten von Rabija Radoncic informierten Bediensteten des Flughafen in Dsseldorf ihren Bruder.




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