Flüchtlingsrat Berlin Neue Meldungen

10.07.17 um 17 Uhr: Kundgebung gegen t├Âdliche Polizeigewalt

04.07.17: Irakischer Familienvater von der Polizei erschossen ÔÇô B├╝ndnis fordert Aufkl├Ąrung

09.06.17: Forderungen von PRO ASYL und Fl├╝chtlingsrat Berlin zur Innenministerkonferenz in Dresden

09.06.17: Stellenausschreibung Fl├╝chtlingsrat Berlin

23.05.2017: Unsicheres Afghanistan - Informationen und Hintergr├╝nde

11.05.17: Senat blockiert Zugang zu Sozialwohnungen f├╝r Asylsuchende und Geduldete


Neue Dokumente

Forderungen an die neue Berliner Landesregierung
Berlin braucht eine menschenw├╝rdige Fl├╝chtlingspolitik! 
Forderungskatalog des Fl├╝chtlingsrats, Sept. 2016

Aktuelle Gesetzgebung Aufenthalts- und Asylrecht
Scheinvaterschaften, ED-Behandlung von Kindern, Familiennachzug, Kinderehen, Durchsetzung Ausreisepflicht, Abschiebehaft, AsylbLG, "Integrations"gesetz, Wohnsitzauflagen, Asylpakete I und II, Umverteilung UMF, K├Âln-Gesetz, sichere Herkunftsl├Ąnder, usw., Gesetzgebung seit Herbst 2015, Stand 07.07.2017

Versch├Ąrfung AsylbLG ab 2017
Entwurf 10% Leistungsk├╝rzung in Sammelunterk├╝nften

Eine Unterkunft f├╝r Gefl├╝chtete beantragen
Angemessenen Unterkunftsplatz und Kosten├╝bernahme f├╝r eine Mietwohnung bei Berliner Sozialbeh├Ârden beantragen und durchsetzen, Stand Mai 2016

Fl├╝chtlingsproteste Oranienplatz und Gerhart Hauptmann Schule
Chronologie, Forderungen, Dokumente, Stand Dez. 2014
Presseerklärungen



Impressum

Design:
Henrik Weinhold


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10.07.17 um 17 Uhr: Kundgebung gegen t├Âdliche Polizeigewalt


Kundgebung am 10. Juli um 17 Uhr, Berlin-Tempelhof, Platz der Luftbr├╝cke 6, Polizeipr├Ąsidium

Aufruf farsi   Aufruf arabisch 

 



Hussam Fadl ÔÇô von der Polizei von hinten erschossen
 
ÔÇťWir sind vor dem Tod geflohen und fanden nichts als den Tod.ÔÇŁ (Zaman Gate, Ehefrau)
 
Am 27.9.2016 wurde Hussam Fadl, Fl├╝chtling aus dem Irak, bei einem Polizeieinsatz auf dem Gel├Ąnde einer Fl├╝chtlingsunterkunft von hinten erschossen. Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft gegen die verantwortlichen Polizisten wurde Ende Mai 2017 mit dem Verweis auf Notwehr eingestellt. Dies kommt einem Freispruch der Polizisten gleich, die gezielt und von hinten auf Hussam Fadl geschossen haben. Die Kampagne f├╝r Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP), die Beratungsstelle ReachOut und der Fl├╝chtlingsrat Berlin kritisieren die Einstellung der Ermittlungen und rufen gemeinsam mit Familie Fadl zur Kundgebung gegen t├Âdliche Polizeigewalt auf.
 
Familie Fadl floh im Jahr 2014 mit drei kleinen Kindern von Bagdad nach Deutschland. Auf ihrer Flucht ├╝bers Mittelmeer und entlang der Balkanroute erlebten sie, was vielen Gefl├╝chteten zust├Â├čt: Hunger, Angst, Ungewissheit, Dem├╝tigungen, Beh├Ârdenwillk├╝r. Endlich in Berlin angekommen, hofften sie auf Sicherheit und die M├Âglichkeit, ein neues Leben aufzubauen.

Die Familie wurde in einer Notunterkunft f├╝r Fl├╝chtlinge, der Traglufthalle im Stadtteil Moabit - dem sogenannten ÔÇÜBallonÔÇÖ - untergebracht. Sie versuchten, in Deutschland Fu├č zu fassen und trotz der f├╝rchterlichen Umst├Ąnde im Lager die Strapazen und Dem├╝tigungen der Flucht zu vergessen. Doch am 27.09.2016 wurde die kleine Tochter der Familie Fadl von einem anderen Bewohner im direkten Umfeld der Notunterkunft sexuell missbraucht. Der mittlerweile verurteilte T├Ąter wurde bei der Tat von Bekannten der Familie ├╝berf├╝hrt und sofort dem Sicherheitspersonal der Unterkunft ├╝bergeben.

Nach Recherchen von KOP und ReachOut berichten damals Anwesende, dass sich an dem sonnigen Septembertag viele Bewohner*innen des Lagers drau├čen vor der Halle aufhielten und sich die Tat zwar schnell rumgesprochen hatte, jedoch trotz allgemeiner Aufregung keiner an Selbstjustiz dachte oder sich dem T├Ąter n├Ąherte. Allen war klar, dass dieser nun von Sicherheitspersonal und Polizei behandelt w├╝rde, dahin hatten die unmittelbaren Zeugen des Missbrauchs den Mann schlie├člich eigenh├Ąndig ├╝bergeben. Zeug*innen berichten auch, dass die vom Sicherheitspersonal alarmierte Polizei mit mehr als 30 Beamt*innen anr├╝ckte, das Gel├Ąnde umstellte, und alle Menschen bleiben mussten, wo sie sind, niemand durfte rein oder rausgehen. Vor Ort wurde der Missbrauchsfall aufgenommen, der T├Ąter und die beiden Zeugen befragt. Die Polizei f├╝hrte den T├Ąter ab, brachte ihn zu einem Polizeiauto, schloss die T├╝ren, hinter denen der T├Ąter sicher sa├č. Dann fielen Sch├╝sse.

 
Fakt ist: Drei Polizeibeamte schossen auf Hussam Fadl, den unbewaffneten Vater des missbrauchten M├Ądchens, als dieser sich dem T├Ąter zu n├Ąhern versucht haben soll. Eine Kugel traf ihn t├Âdlich von hinten. Hussam Fadl stirbt noch am selben Tag im Krankenhaus. Er wurde im Alter von 29 Jahren von Berliner Polizeibeamten von hinten erschossen. Er hinterl├Ąsst eine Frau und drei Kinder. Die Version der Polizei: Hussam Fadl sei mit einem Messer auf den T├Ąter losgegangen.
 
Diese Geschichte erm├Âglicht den Sch├╝tzen zu behaupten, sie h├Ątten aus Notwehr geschossen und bedient gleichzeitig das rassistische Stereotyp desÔÇÜ aggressiven, stets mit einem Messer bewaffneten Arabers, der nach Rache und Selbstjustiz sinntÔÇÖ. Sp├Ąter tauchte ein K├╝chenmesser als ÔÇÜBeweismittelÔÇÖ auf, das die Geschichte der Sch├╝tzen untermauern soll.

Recherchen von Unterst├╝tzer*innen zeichnen ein anderes Bild und werfen viele noch offene Fragen auf - diese m├╝ssen ├Âffentlich und vor einem Gericht gekl├Ąrt werden: Keine*r der Menschen an der Traglufthalle hat das Messer vor Ort gesehen, Zeug*innen best├Ątigen ├╝bereinstimmend, Hussam Fadl sei definitiv unbewaffnet gewesen.

 
Wir fragen:
Warum haben die Polizisten geschossen? Wen wollten sie sch├╝tzen? Ihre Kollegen - in deren Richtung sie feuerten? Den T├Ąter - der bereits gesichert im Auto sa├č? Welche Gefahr stellte Hussam Fadl f├╝r wen da?
 
Wir fordern:
L├╝ckenlose Aufkl├Ąrung der Erschie├čung von Hussam Fadl!
Anklageerhebung der Staatsanwaltschaft und ein Strafverfahren gegen die Polizeibeamten, die auf Hussam Fadl geschossen haben!
Die sofortige Suspendierung der beschuldigten Polizisten!
 
 
Erstunterzeichner*innen:
Fl├╝chtlingsrat Berlin e.V.+ KOP-Kampagne f├╝r Opfer rassistischer Polizeigewalt + ReachOut Beratungsstelle f├╝r Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt + Afghanisches Kommunikations- und Kulturzentrum e.V. + encourage e.V. + Fl├╝chtlingsrat Brandenburg e.V. + KommMit e.V./Beratungs- und Betreuungszentrum f├╝r junge Fl├╝chtlinge und Migranten + KuB-Kontakt- u. Beratungsstelle f├╝r Fl├╝chtlinge und Migrant_innen e.V. + Nordbahngemeinden mit Courage e.V. + One World Berlin Human Rights Film + (Rassismus-)Kritische Migrationsforschung. Repr├Ąsentation, Community & Empowerment (Universit├Ąt Bremen) + Women in Exile e.V. + Sissi FM + Radio F* + Daily Resistance, Zeitung + Mediagruppe O-Platz + DIE LINKE.Neuk├Âlln





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