Infos für Geflüchtete aus Afghanistan: Antrag auf Asyl, Antrag auf Aufenthaltserlaubnis und auf Arbeitserlaubnis?

Infos für Geflüchtete aus Afghanistan 1. mit Visum, 2. mit Duldung und 3. mit Aufenthaltserlaubnis – Stand 15.09.2021


  1. Evakuierte mit Visum nach § 22

Info mit Musterantrag englisch, deutsch, dari 

Kürzlich mit Visum der Bundespolizei nach § 22 AufenthG nach Deutschland evakuierte Geflüchtete wurden jetzt vom BAMF aufgefordert, Asylanträge zu stellen. Kurz darauf machte das BAMF einen Rückzieher, weil doch erst Aufenthaltserlaubnisse nach § 22 AufenthG geprüft werden.

Evakuierte sollten in jedem Fall eine Aufenthaltserlaubnis nach § 22 AufenthG bei der Ausländerbehörde (in Berlin: Landesamt für Einwanderung – LEA) beantragen. Das ermöglicht im Gegensatz zum Asylantrag den sofortigen Zugang zu Arbeit und Integration. Im Ablehnungsfall ist Klage und ggf. immer noch ein Asylantrag möglich.

Ein Asylantrag ist zu überlegen, wenn man zurückgebliebene Angehörige der „Kernfamilie“ (nur Ehepartner*in und eigene Kinder unter 18 Jahren!) nachholen will. Achtung: Ein Asylantrag führt zum sofortigen Erlöschen des Visums bzw. der Aufenthaltserlaubnis nach § 22 AufenthG und der Arbeitserlaubnis sowie zur Wohnpflicht in einer Asylaufnahmeeinrichtung.

Zur Evakuierung siehe auch die laufend aktualiserte Infoseite bei asyl.net.

 

  1. In Deutschland lebende Afghanen mit Duldung

Musterantrag Streichung Arbeitsverbot, Erteilung Aufenthaltserlaubnis

Die Botschaft stellt keine Pässe  mehr aus, ihre Website www.botschaft-afghanistan.de ist down, es ist unklar ob und wen sie noch vertritt. Abschiebungen finden nicht mehr statt. Geduldeten kann daher nicht mehr vorgeworfen werden, ihre Abschiebung zu verhindern. Die Ausländerbehörde (LEA Berlin) muss daher ein der Duldung vermerktes Arbeitsverbot sofort streichen!

Da auf unabsehbare Zeit weder eine Abschiebung noch eine freiwillige Ausreise möglich ist, ist nach unserer Auffassung sofort eine Aufenthaltserlaubnis nach § 25 V AufenthG auszustellen, im Einvernehmen mit dem Bund ggf. auch nach § 23 I AufenthG.

Ein Asylfolgeantrag ist zu überlegen, wenn man zurückgebliebene Angehörige der „Kernfamilie“ (nur Ehepartner*in und eigene Kinder unter 18 Jahren!) nachholen will. Für den Folgeantrag gilt eine Frist von 3 Monaten ab der Änderung der Verhältnisse, hier also ab dem 15.08.2021 (Machtübernahme der Taliban).

Ein Asylfolgeantrag ist daher in der Regel nur bis zum 15.11.2021 möglich (mögliche Ausnahme: eine konkrete Bedrohung durch die Taliban, die erst später bekannt wird)! Voraussetzung ist in der Regel, dass eine Verfolgung durch die Taliban und nicht nur die allgemein unsichere Lage im Land geltend gemacht wird und dies möglichst auch schon im ersten Asylantrag vorgetragen wurde. Bitte vereinbaren Sie ggf. unbedingt einen Termin mit einer Beratungsstelle!

Siehe auch die Infoseite bei asyl.net. sowie die Info von RAin Jördens-Berneburg /Caritas.

Weitere Infos folgen in Kürze!

 

  1. In Deutschland lebende Afghanen mit Aufenthaltserlaubnis

Auch hier ist eine Asylantrag oder Asylfolgeantrag zu überlegen, wenn man zurückgebliebene Angehörige der „Kernfamilie“ (nur Ehepartner*in und eigene Kinder unter 18 Jahren!) nachholen will. Bitte vereinbaren Sie ggf. einen Termin mit einer Beratungsstelle.

Weitere Infos folgen in Kürze!

 

 

 

 

 





Scroll to Top